Kurz gesagt: WordPress.com Guidelines speichern zentrale Vorgaben für Tonalität, Zielgruppe, Bilder und einzelne Inhaltsblöcke. Kompatible KI-Funktionen können diese Regeln anschließend als dauerhaften Kontext verwenden. Das spart wiederholte Anweisungen – ersetzt aber weder Faktenprüfung noch redaktionelle Kontrolle.

Wer regelmäßig mit KI Texte, Bilder oder Seiteninhalte erstellt, kennt das Problem: Zielgruppe, Schreibstil und Formatregeln müssen immer wieder neu erklärt werden. WordPress.com will diesen Aufwand mit der neuen Funktion Guidelines reduzieren. Die Regeln werden direkt auf Website-Ebene gespeichert und stehen kompatiblen KI-Werkzeugen zentral zur Verfügung.

Dabei ist eine Abgrenzung entscheidend: Es handelt sich um eine Funktion von WordPress.com. Selbst gehostete WordPress-Websites – wie Blogger World – erhalten sie nicht automatisch durch ein normales WordPress-Update.

Transparenz: Das Automattic-Affiliate-Team hat uns auf die neue Funktion hingewiesen. Dieser Artikel basiert auf der öffentlich zugänglichen WordPress.com-Dokumentation und ordnet die Angaben unabhängig ein. Wir beschreiben keinen eigenen Praxistest.

Was sind WordPress.com Guidelines?

Guidelines sind zentrale Inhaltsvorgaben in den Einstellungen einer WordPress.com-Website. Sie sollen KI-Werkzeugen und menschlichen Mitarbeitern vermitteln, wie Inhalte geschrieben, gestaltet und strukturiert werden sollen.

Administratoren können Regeln für fünf Bereiche hinterlegen:

  • Website: Zweck, Ziele und wichtigste Zielgruppen
  • Texte: Tonalität, Schreibstil, Ansprache und Formatierung
  • Bilder: Bildstil, Formate, Abmessungen, Stimmung und Alt-Texte
  • Blöcke: Vorgaben für einzelne Gutenberg-Blöcke wie Überschriften, Buttons oder Bilder
  • Zusätzliche Regeln: interne Begriffe, Barrierefreiheit sowie rechtliche oder redaktionelle Anforderungen

Die Einstellungen können nur mit Administratorrechten angesehen und verändert werden. Nutzen Autoren oder Redakteure später eine kompatible KI-Funktion, werden die hinterlegten Regeln als Kontext berücksichtigt.

Welches Problem löst die Funktion?

Eine KI kennt die redaktionellen Regeln einer Website nicht automatisch. Ohne dauerhaften Kontext entstehen schnell wechselnde Schreibweisen, unpassende Überschriften, uneinheitliche Bildstile oder übertriebene Werbeformulierungen.

Guidelines machen solche Anforderungen wiederverwendbar. Ein Blog könnte beispielsweise festlegen:

  • Leser direkt mit „du“ ansprechen
  • kurze Absätze und aktive Formulierungen verwenden
  • keine unbelegten Leistungs- oder Rankingversprechen machen
  • Überschriften verständlich statt reißerisch formulieren
  • Affiliate-Links transparent kennzeichnen
  • Bilder im Querformat erstellen und mit beschreibenden Alt-Texten versehen

Der praktische Vorteil liegt vor allem in der Konsistenz: Dieselben Grundregeln müssen nicht bei jeder KI-Anfrage neu eingegeben werden. Für Teams und Betreiber mehrerer Websites kann das spürbar Zeit sparen.

Guidelines mit KI erstellen

Die Vorgaben lassen sich manuell eintragen. Auf unterstützten kostenpflichtigen WordPress.com-Tarifen kann die KI außerdem bereits vorhandene Inhalte analysieren und daraus einen ersten Entwurf erstellen.

Der Ablauf ist kontrollierbar: Die KI zeigt ihren Vorschlag zunächst an. Der Administrator kann ihn übernehmen, bearbeiten oder vollständig verwerfen. Vorhandene Regeln lassen sich mit „Improve Guidelines“ überarbeiten.

Das ist sinnvoll, aber kein Selbstläufer. Wenn die bisherigen Inhalte uneinheitlich, veraltet oder qualitativ schwach sind, kann auch der daraus abgeleitete Vorschlag diese Probleme übernehmen. Die automatisch erzeugten Regeln müssen deshalb redaktionell geprüft werden.

WordPress.com Guidelines einrichten

  1. Das Dashboard der gewünschten WordPress.com-Website öffnen.
  2. Zu Einstellungen → Guidelines wechseln.
  3. Einen Bereich wie Website, Texte, Bilder, Blöcke oder zusätzliche Regeln auswählen.
  4. Die Vorgaben manuell eintragen oder – sofern verfügbar – mit KI vorschlagen lassen.
  5. Jeden Vorschlag auf Inhalt, Tonalität und Widersprüche prüfen.
  6. Die überarbeiteten Guidelines speichern.

WordPress.com empfiehlt konkrete Vorgaben. „Einfach schreiben“ bleibt interpretationsbedürftig. „Sätze möglichst unter 20 Wörtern halten und Fachbegriffe beim ersten Auftreten erklären“ ist für Menschen und KI deutlich verwertbarer.

Die vollständige Einrichtung beschreibt WordPress.com in der offiziellen Anleitung zu Content Guidelines.

Regeln für einzelne Gutenberg-Blöcke

Besonders interessant sind die blockbezogenen Vorgaben. Für Überschriften, Buttons oder Bilder können jeweils eigene Anforderungen gespeichert werden. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass Überschriften kurz bleiben, Buttons mit einem Handlungsverb beginnen und Bilder immer einen Alt-Text erhalten.

Das geht über eine allgemeine Beschreibung der Markenstimme hinaus. Die Regeln greifen dort, wo Inhalte konkret aufgebaut werden. Voraussetzung bleibt allerdings, dass das jeweils verwendete KI-Werkzeug die Guidelines unterstützt.

Export, Import und Versionsverlauf

Die gespeicherten Regeln lassen sich als guidelines.json exportieren. Dadurch können sie gesichert oder auf eine andere WordPress.com-Website übertragen werden. Ein Import ersetzt laut Dokumentation die dort vorhandenen Guidelines; vor dem Import ist daher ein Export als Sicherung sinnvoll.

Zusätzlich führt WordPress.com einen Versionsverlauf. Frühere Fassungen können eingesehen und wiederhergestellt werden. Das ist vor allem für Teams hilfreich, wenn Regeln verändert wurden und die Auswirkungen später nicht überzeugen.

Welche Tarife unterstützen die KI-Erstellung?

Nach der aktuellen WordPress.com-Dokumentation steht das automatische Erzeugen der Guidelines auf den Tarifen Personal, Premium, Business und Commerce zur Verfügung. Kostenlose Websites müssen dafür auf einen kostenpflichtigen Tarif wechseln.

Tarifpreise und enthaltene KI-Funktionen können sich ändern. Vor einer Buchung sollte deshalb direkt beim Anbieter geprüft werden, ob der gewünschte Funktionsumfang im ausgewählten Tarif enthalten ist.

Affiliate-Hinweis: Der folgende Link ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber einen Tarif buchst, erhalten wir möglicherweise eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

WordPress.com AI Website Builder und aktuelle Angebote ansehen

Wichtig: Der Affiliate-Link führt zum WordPress.com AI Website Builder, nicht direkt zur Guidelines-Einstellungsseite. Informationen zur Funktion selbst findest du in der oben verlinkten offiziellen Anleitung.

Funktioniert Guidelines auch bei WordPress.org?

Nein, nicht automatisch. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst von Automattic. WordPress.org stellt dagegen die freie Software bereit, die auf einem eigenen Hostingpaket installiert wird.

Eine selbst gehostete Divi-, Extra- oder andere WordPress-Website bekommt die hier beschriebene Oberfläche nicht allein durch ein Core-Update. Dafür wären ein separates Plugin, eigene Prompt-Vorlagen oder ein externer KI-Workflow erforderlich.

Wer noch zwischen den Plattformen entscheidet, findet in unserem Vergleich fünf Möglichkeiten, kostenlos einen Blog zu starten. Für die spätere Suchmaschinenoptimierung hilft außerdem unser Praxisleitfaden für SEO-optimierte Blogbeiträge.

Was Guidelines nicht leisten

Die Bezeichnung klingt verbindlicher, als die technische Wirkung tatsächlich ist. WordPress.com beschreibt Guidelines ausdrücklich als Empfehlungen beziehungsweise Kontext für kompatible KI-Funktionen. Daraus folgen klare Grenzen:

  • Die Regeln garantieren nicht, dass jeder KI-Text exakt zur Markenstimme passt.
  • Sie prüfen keine Fakten und erkennen nicht automatisch veraltete Angaben.
  • Sie ersetzen keine rechtliche Prüfung.
  • Sie sind keine automatische SEO-Optimierung.
  • Sie verhindern keine erfundenen Aussagen oder Quellen.
  • Unterschiedliche KI-Werkzeuge können dieselben Vorgaben unterschiedlich umsetzen.

Eine saubere Vorgabe kann die Ausgabe verbessern. Verantwortung, Faktenkontrolle und Freigabe bleiben trotzdem beim Websitebetreiber. Das gilt auch für Titel, Meta-Beschreibungen und interne Links. Für diese Punkte ist eine strukturierte On-Page-SEO-Checkliste weiterhin notwendig.

Für wen lohnt sich die Funktion?

Guidelines sind besonders interessant für:

  • Blogs und Magazine mit mehreren Autoren
  • Agenturen, die mehrere WordPress.com-Websites betreuen
  • Unternehmen mit verbindlicher Markenstimme
  • Teams, die regelmäßig KI-Texte oder KI-Bilder erstellen
  • Betreiber, die wiederkehrende Regeln zentral dokumentieren möchten

Weniger relevant ist die Funktion für Einzelblogger, die kaum KI einsetzen, sowie für Betreiber ausschließlich selbst gehosteter WordPress.org-Websites. Ein Tarifwechsel nur wegen Guidelines wäre in vielen Fällen überzogen. Entscheidend ist, ob die gesamte WordPress.com-Plattform zum eigenen Projekt passt.

Unser Fazit

WordPress.com Guidelines lösen ein reales Organisationsproblem: Wiederkehrende Vorgaben werden zentral gespeichert und können von kompatiblen KI-Funktionen berücksichtigt werden. Dadurch lassen sich Tonalität, Bildstil und Inhaltsaufbau konsistenter steuern.

Die Funktion ist trotzdem kein automatisches Qualitätsmanagement. Gute Regeln verbessern den Ausgangspunkt, aber sie ersetzen weder Erfahrung noch Faktenprüfung und redaktionelle Verantwortung. Besonders sinnvoll ist das Konzept für Teams und Betreiber mehrerer WordPress.com-Websites. Nutzer selbst gehosteter WordPress.org-Installationen sollten genau hinsehen, weil die beschriebene Funktion dort nicht automatisch verfügbar ist.

Häufige Fragen zu WordPress.com Guidelines

Was sind WordPress.com Guidelines?

Guidelines sind zentral gespeicherte Regeln für Zielgruppe, Tonalität, Bilder, Inhaltsblöcke und weitere redaktionelle Standards. Kompatible KI-Funktionen können diese Regeln als Kontext verwenden.

Sind WordPress.com Guidelines kostenlos?

Die KI-gestützte Erstellung ist laut aktueller Dokumentation in den Tarifen Personal, Premium, Business und Commerce enthalten. Kostenlose Websites müssen für diese Funktion auf einen kostenpflichtigen Tarif wechseln.

Gelten die Guidelines auch für WordPress.org?

Nein. Die beschriebene Oberfläche gehört zu WordPress.com. Selbst gehostete WordPress.org-Websites erhalten sie nicht automatisch.

Kann WordPress.com die Regeln automatisch erstellen?

Ja. Auf unterstützten Tarifen kann die KI vorhandene Inhalte analysieren und einen Entwurf für den ausgewählten Bereich vorschlagen. Dieser Entwurf sollte vor dem Speichern kontrolliert und angepasst werden.

Hält sich die KI garantiert an alle Vorgaben?

Nein. WordPress.com bezeichnet Guidelines als Vorschläge, nicht als technische Schranken. Sie liefern Kontext, garantieren aber keine fehlerfreie Umsetzung.

Lassen sich Guidelines auf andere Websites übertragen?

Ja. Die Regeln können als JSON-Datei exportiert und auf einer anderen Website importiert werden. Ein Import ersetzt die dort vorhandenen Guidelines.