Deine WordPress-Website wirkt fertig – aber ist sie wirklich bereit für Besucher und Google? Direkt vor der Veröffentlichung übersieht man leicht kleine Einstellungen, die später große Folgen haben: eine blockierte Indexierung, kaputte Formulare, langsame Bilder oder eine mobile Ansicht, die niemand geprüft hat.
Diese Checkliste führt dich durch 15 konkrete Kontrollen. Arbeite sie der Reihe nach ab. Du brauchst dafür keine kostenpflichtigen Werkzeuge und musst kein Technikprofi sein.
1. Prüfe, ob Suchmaschinen deine Website indexieren dürfen
Öffne im Backend Einstellungen → Lesen. Das Kontrollkästchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ darf beim Go-live nicht aktiviert sein. Bleibt es gesetzt, kann Google deine Inhalte möglicherweise nicht regulär in den Suchergebnissen aufnehmen.
2. Kontrolliere Seitentitel und Website-Beschreibung
Unter Einstellungen → Allgemein sollten der Website-Titel und der Untertitel zum tatsächlichen Angebot passen. Prüfe zusätzlich im SEO-Plugin, ob Startseite, Beiträge und Seiten sinnvolle SEO-Titel und Beschreibungen erhalten. Vermeide Platzhalter wie „Just another WordPress site“.
3. Lege eine eindeutige Startseite fest
Unter Einstellungen → Lesen bestimmst du, was unter deiner Hauptdomain erscheint. Bei einer Unternehmens- oder Projektwebsite ist das meist eine statische Startseite. Kontrolliere zugleich, ob die richtige Beitragsseite ausgewählt ist und ob sich beide Seiten unterscheiden.
4. Teste Navigation und wichtige Besucherwege
Klicke jedes Element im Hauptmenü und im mobilen Menü an. Prüfe zusätzlich Logo, Buttons und zentrale Handlungsaufforderungen. Ein Besucher sollte von der Startseite ohne Suche zum wichtigsten Ziel gelangen – etwa Kontakt, Angebot, Buchung oder weiterführendem Artikel.
5. Prüfe alle internen und externen Links
Öffne wichtige Links testweise in einem privaten Browserfenster. Achte auf 404-Fehler, falsche Weiterleitungen und Links, die noch auf eine Entwicklungsumgebung zeigen. Externe Links sollten nur auf seriöse und erreichbare Ziele führen. Eine saubere interne Verlinkung hilft Besuchern und Suchmaschinen, Zusammenhänge zu erkennen.
6. Teste Kontaktformulare vollständig
Fülle jedes Formular wie ein echter Besucher aus. Prüfe Pflichtfelder, Fehlermeldungen, Bestätigungsseite und die tatsächliche Zustellung der E-Mail. Ein sichtbares „Nachricht gesendet“ reicht nicht als Nachweis, wenn die Nachricht nie im Postfach ankommt.
7. Kontrolliere die Website auf dem Smartphone
Öffne Startseite, eine normale Unterseite und einen Beitrag auf einem echten Smartphone. Prüfe Schriftgrößen, Abstände, Menüs, Bilder, Tabellen und Buttons. Besonders wichtig: Nichts darf seitlich aus dem Bildschirm ragen, und anklickbare Elemente müssen genug Abstand zueinander haben.
8. Optimiere große Bilder vor dem Launch
Fotos sollten nicht deutlich größer ausgeliefert werden, als sie sichtbar benötigt werden. Nutze moderne Bildformate, eine sinnvolle Kompression und korrekte Abmessungen. Ergänze bei inhaltlich relevanten Bildern einen beschreibenden Alt-Text. Rein dekorative Bilder benötigen keinen künstlich mit Keywords gefüllten Text.
9. Messe die Ladezeit der wichtigsten Seitentypen
Teste nicht nur die Startseite, sondern auch mindestens eine Unterseite und einen Beitrag. Google PageSpeed Insights zeigt Probleme bei Ladezeit, Stabilität und Interaktion. Konzentriere dich zuerst auf große Bilder, unnötige Skripte und blockierende Ressourcen. Eine praxisnahe Vertiefung findest du im Beitrag PageSpeed 100 mit WordPress erreichen.
10. Prüfe Permalinks und kanonische URLs
Unter Einstellungen → Permalinks sollte eine verständliche Struktur aktiv sein. Ändere eine etablierte Struktur allerdings nicht unüberlegt, weil dadurch bestehende URLs brechen können. Kontrolliere außerdem, ob deine Website konsequent eine einzige Hauptvariante verwendet – also HTTPS und entweder mit oder ohne www – und ob Canonical-Angaben dazu passen.
11. Kontrolliere die Suchvorschau wichtiger Seiten
Prüfe im SEO-Plugin, wie Titel und Beschreibung voraussichtlich in Google erscheinen. Der Titel sollte das Hauptthema klar benennen; die Beschreibung muss den Nutzen verständlich zusammenfassen. Jede wichtige Seite braucht eine eigene, passende Aussage statt derselben Vorlage.
12. Prüfe Sitemap und robots.txt
Rufe die XML-Sitemap deiner Website auf und kontrolliere, ob wichtige Inhalte enthalten sind. Teste außerdem die robots.txt. Sie darf notwendige Bereiche für Suchmaschinen nicht pauschal blockieren. Nach dem Go-live kannst du die Sitemap in der Google Search Console einreichen.
13. Teste Impressum, Datenschutz und Cookie-Einstellungen
Prüfe, ob Impressum und Datenschutzerklärung von jeder Seite aus erreichbar sind. Kontrolliere, ob ein eingesetztes Consent-Tool technisch funktioniert und ob optionale Dienste erst entsprechend der gewählten Einwilligung geladen werden. Dieser technische Check ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
14. Erstelle ein aktuelles Backup
Vor DNS-, Domain- oder größeren Veröffentlichungsschritten brauchst du eine wiederherstellbare Sicherung von Dateien und Datenbank. Entscheidend ist nicht nur, dass ein Backup existiert, sondern dass du weißt, wo es liegt und wie eine Wiederherstellung grundsätzlich funktioniert.
15. Führe den letzten Test als ausgeloggter Besucher durch
Melde dich aus WordPress ab oder nutze ein privates Browserfenster. Öffne die Website über die endgültige Domain und teste Startseite, Navigation, Formulare sowie zentrale Ziele erneut. So erkennst du Probleme, die eingeloggten Administratoren wegen Cache, Vorschau- oder Bearbeitungsrechten verborgen bleiben.
Deine Go-live-Entscheidung
- 0 kritische Fehler: Die Website kann veröffentlicht werden.
- 1 bis 3 offene Punkte: Erst korrigieren und anschließend gezielt erneut testen.
- Indexierung blockiert, Formular defekt oder kein Backup: Noch nicht veröffentlichen.
Gehe nicht nach Bauchgefühl live. Ein fester Ablauf verhindert, dass du in der Hektik kurz vor der Veröffentlichung zwischen Einstellungen, Tools und Einzelproblemen springst.
30-Punkte-WordPress-Go-live-Check
Du möchtest die komplette Prüfung Schritt für Schritt in etwa 45 Minuten durchführen? Der ausführliche Arbeitscheck mit Prioritäten, WordPress-Menüpfaden, Werkzeugen und Ampelauswertung ist in Vorbereitung.
Häufige Fragen vor der Website-Veröffentlichung
Wie lange dauert ein sinnvoller Go-live-Check?
Für eine kleine WordPress-Website solltest du mindestens 30 bis 60 Minuten einplanen. Bei vielen Formularen, Buchungswegen oder Seitentypen dauert die Prüfung entsprechend länger.
Muss die Website vor dem Start einen perfekten PageSpeed-Wert erreichen?
Nein. Wichtiger sind eine stabile mobile Darstellung, funktionierende Kernwege und eine spürbar schnelle Nutzung. Messwerte helfen bei der Priorisierung, ersetzen aber keinen echten Test.
Was ist der häufigste kritische Fehler?
Besonders problematisch sind eine versehentlich blockierte Indexierung, nicht zugestellte Formularnachrichten und fehlende Backups. Diese Punkte gehören deshalb vor allen Detailoptimierungen geprüft.